Nudging und Gesundheit – läuft. :)

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Gesundheit ist zweifellos unser kostbarstes Gut. Viele von uns setzen sich daher regelmäßig mit dem Thema auseinander, suchen nach Wegen, um gesünder zu leben und Krankheiten vorzubeugen. Unsere Vorsätze mögen noch so gut sein, doch häufig scheitern wir selbst daran, diese auch wirklich in die Tat umzusetzen. Denn wer hat sich nicht schon an Neujahr vorgenommen, keine oder weniger Süßigkeiten zu essen, früher ins Bett zu gehen oder sich mehr zu bewegen? Und wie sieht die Realität schon nach wenigen Tagen aus?

Eine interessante Methode, die in den letzten Jahren immer mehr Aufmerksamkeit erhalten hat, ist das sogenannte „Nudging“. Aber was verbirgt sich eigentlich hinter diesem Begriff, und wie kann es unsere Gesundheit positiv beeinflussen? In diesem Blog-Beitrag erfährst du, wie Nudging und Gesundheit Hand in Hand gehen können.

Was ist Nudging?

Nudging bedeutet übersetzt „anstupsen/anstoßen“. Es ist ein Konzept, das auf Erkenntnissen aus der Verhaltensökonomie basiert. Es beschreibt die gezielte Gestaltung von Umgebungen oder Informationen, um Menschen zu bestimmten Entscheidungen oder Handlungen zu bewegen, ohne ihre Wahlfreiheit einzuschränken. Im Kern geht es darum, Menschen subtile „Stupser“ zu geben, damit sie sich für die gesündere Option entscheiden, ohne dass dies auf einer rein rationalen Ebene passiert.

Um es ganz genau zu machen, zitieren wir an dieser Stelle die beiden Begründer der Nudging-Theorie Richard Thaler (Wirtschaftsnobelpreisträger) und Cass Sunstein:
„Nudges sind jegliche Aspekte einer Entscheidungsarchitektur, welche das Verhalten von Personen vorhersagbar beeinflussen, ohne bestimmte Handlungsoptionen durch Vorschriften und Gesetze vorzuschreiben oder zu verbieten oder entschei-dungsrelevante ökonomische Anreize zu setzen. Ein Nudge muss einfach und günstig vermeidbar sein. Vorschriften sind keine Nudges. Obst auf Augenhöhe zu positionieren zählt als Nudge, Fast Food zu verbieten hingegen nicht.“

Gesundheitsnudging in der Praxis

Grundsätzlich kann Nudging in jeglichen Aspekten der Gesundheitsförderung und Gesundheitsversorgung eingesetzt werden:

  • Gesundheitsförderung: u.a. Bewegung, Ernährung, Entspannung/Schlaf, Rauchentwöhnung
  • Prävention: Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen oder Impfterminen
  • Digitale Gesundheitsversorgung: Apps können Patienten dazu bringen, abzunehmen oder die Medikamente einzunehmen

Bewegungsförderung im Alltag durch Nudging

Wir Deutschen bewegen uns zu wenig und sitzen zu viel. Sehr hilfreich können dafür sogenannte Treppen-Nudges sein (siehe #treppegehtimmer). Auf dem Boden vor einer Treppe bzw. vor einem Aufzug oder einer Rolltreppe werden Poster so platziert, dass diese grafisch (z. B. mit Pfeilen) und/oder textlich (am besten mit Humor) zur Benutzung der Treppe anstelle von Rolltreppe oder Aufzug auffordern. Die Evidenz ist bei diesen sogenannten Treppen-Prompts sehr hoch.

Weitere Beispiele für Nudges zu mehr Bewegung:

  • Automatische Erinnerungen zum Aufstehen alle 60 Minuten
  • Schritte-Challenges im Team/Unternehmen
  • Treffen-To-Stand: Laden Sie persönliche Meetings immer an einen Stehtisch ein

 

Bessere Ernährung durch Nudging

Die Kantine ist der perfekte Ort, um sich mit Nudges so richtig auszutoben. Platzieren Sie gesunde Produkte auf Augenhöhe und möglichst nah am Verbraucher und diese werden häufiger gewählt, ganz ohne Aufklärung. Oder setzen Sie gesunde Speisen auf einer Liste immer ganz nach oben.

Weitere Nudging-Beispiele für eine bessere Ernährung:

  • Im Kassenbereich nur kleine gesunde Produkte platzieren
  • Portionsgrößen oder Tellergröße verkleinern
  • Die vegetarische oder kalorienarme Speise zur Standardauswahl machen

Nudging in der Prävention und Vorsorge

Sie möchten mehr Menschen zu Impfungen oder Vorsorgeuntersuchungen bewegen? Dann sollten Sie sich einiger Nudges bedienen. So zeigte sich, dass mehr Menschen eine Vorsorgeuntersuchung wahrnehmen, wenn Sie darauf hingewiesen werden, dass zahlreiche andere dies auch tun oder bereits getan haben (Soziale Norm).

Weitere Nudging-Beispiele in der Prävention und Vorsorge:

  • Menschen bereits mit einem geplanten Termin zum Screening einladen
  • Die Menschen aufsuchen und an Ort und Stelle impfen
  • Kleine Belohnung für die Teilnahme an einer Impdung/Vorsorgetermin

Nudging in der digitalen Gesundheitsversorgung

Seit einigen Jahren können Ärzte in Deutschland Apps auf Rezept verschreiben (sogenannte Digitale Gesundheitsanwendungen, kurz DiGAs). Diese DiGAs und auch andere Gesundheits-Apps sind hervorragend geeignet, um Nudges einzusetzen. Das simpelste Beispiel sind Erinnerungen und kleine digitale Belohnungen für die Einnahme von Medikamenten.

Weitere digitale Nudging-Beispiele:

  • Ranglisten mit anderen Menschen oder Patienten für kleine Challenges
  • Bio-Feedback, um Nutzern zu zeigen, welche biologischen Auswirkungen ihr Verhalten hat
  •  Sogenannte Badges (also digitale Medaillen), wenn man bestimmte Zwischenziele erreicht hat

Inzwischen gibt es zahlreiche Studien, die den positiven Effekt von Nudges auf Gesundheitsverhalten und Gesundheitsoutcomes belegen. Doch wir müssen uns auch im Klaren sein, dass nicht jeder Nudge die gewünschte Wirkung erzielt. Viel wichtiger ist, dass du Nudges immer wieder neu testest. Selbst wenn du mal etwas gefunden hast, was gut funktioniert, solltest du immer im Auge behalten, ob dieser Effekt aufrecht erhalten werden kann. Eine Analoge zur Veranschaulichung: Coca Cola macht seit Jahrzehnten hervorragende und erfolgreiche Werbung. Aber sie haben auch nicht nach dem ersten guten Videoclip aufgehört.

Du möchtest Nudging in deinen Betrieb bringen? Dann bestell doch gleich den Treppen-Nudge #treppegehtimmer!

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